Lässt Senatorin Frank die Wale stranden?

Die FDP in der Lübecker Bürgerschaft zeigt sich über die aktuelle Medienberichterstattung im Zusammenhang mit der Zukunft der Präsentation der spektakulären Fossilfunde aus Groß Pampau im Lübecker Museum für Natur und Umwelt verwundert, insbesondere auch über die dort verbreiteten Einlassungen von Kultursenatorin Frank.

Seit Beginn des kommerziellen Tonabbaus in den 1980er und 1990er Jahren wurden in Groß Pampau immer wieder Überreste fossiler Wale und anderer Meerestiere gefunden. Die bis zu 11 Millionen Jahre alten Funde gelten als einzigartig. Sie sind auch international von Bedeutung, weil sie dazu beitragen das Wissen über die Evolution zu vertiefen. Dem ehrenamtlichen Grabungsteam gebührt für seine langjährige Arbeit großer Respekt und Anerkennung.   

Über Jahre wurden Forschungsgrabungen, Präparationen, wissenschaftliche Bearbeitungen sowie Ausstellungen im Lübecker Museum für Natur und Umwelt von zahlreichen Unterstützern gefördert und finanziert. Zu ihnen zählten das Land Schleswig-Holstein (Ministerium für Justiz, Kultur und Europa), die Possehl-Stiftung, die Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck, die Friedrich Bluhme und Else Jebsen-Stiftung, der Verband Frau und Kultur, der Förderverein des Museums für Natur und Umwelt, der Grubenbetreiber "Kieswerke Ohle & Lau GmbH" sowie die Hansestadt Lübeck. Nach dem Verständnis der Lübecker FDP erwächst aus diesem Engagement eine besondere Verantwortung und Verpflichtung: „Die fossilen Funde müssen der Nachwelt erhalten und in Lübeck zugänglich gemacht werden“, erläutert der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP-Bürgerschaftsfraktion, Thomas-Markus Leber.   

Bislang gab es eine parteiübergreifende Einigkeit zur Zukunft der Präsentation der Funde. Die Bürgerschaft hatte bereits 2012 ein substanzielles Konzept in Auftrag gegeben. Im aktuellen Museumsplan ist ausdrücklich die Aufwertung bzw. Neupräsentation der Wal-Ausstellung vorgesehen. Noch 2019 kündigte Bürgermeister Jan Lindenau an, mit der Landesregierung in den Dialog treten zu wollen, um eine moderne Präsentation der einzigartigen Funde von Groß Pampau zu realisieren. In der Vergangenheit hatten sowohl Ministerpräsident Daniel Günther als auch Landtagspräsident Klaus Schlie (beide CDU) immer wieder die Bedeutung eines entsprechenden Museums für die Wissenschaft, die Nachwelt, aber auch für Lübeck hervorgehoben.   

„Die aktuelle Presseberichterstattung lässt allerdings Zweifel aufkommen, ob diese Pläne noch Bestand haben“, so der kulturpolitische Sprecher, Ulf Hansen. „Die FDP-Fraktion ist sehr verwundert über die Art und Weise des Umgangs, besonders auch mit dem Ehrenamt. Ein eindeutiges Bekenntnis zur Zukunft der Fossilfunde erscheint mehr als geboten. Die FDP wünscht einen sensiblen und wertschätzenden Umgang mit der Thematik, aber auch mit allen Protagonisten.“ 

Die FDP fordert die beteiligten Akteure dazu auf schnellstmöglich wieder in einen sachlichen und konstruktiven Dialog einzutreten. Die in den Medien beschriebenen Vorwürfe müssen aufgearbeitet und geklärt werden. Am Ende sollte eine einvernehmliche Lösung stehen.   

„Aus unserer Sicht schließen sich ein Umweltbildungszentrum sowie die Ausstellung und Sammlung prähistorischer Walfunde keineswegs aus. Die Forschungsergebnisse über die Urnordsee sind vielmehr ein wichtiger Bestandteil von Umweltbildung.“ Darauf weist der umweltpolitische Sprecher der FDP-Bürgerschaftsfraktion, Rolf Müller, abschließend hin.