Fortschreibung des Rahmenplans Innenstadt

In der kommenden Sitzung des Bauausschusses wird die FDP-Fraktion die Fortschreibung des „Rahmenplans Innenstadt“ beantragen und vierzehn konkrete Punkte dazu einbringen. Die Lübecker Innenstadt, aber auch die Stadtteilzentren stehen in Folge der Corona-Pandemie vor grundlegenden strukturellen Veränderungen. Bereits jetzt sind gravierende Einbrüche im Einzelhandel, in der Gastronomie, in der Hotellerie sowie in der Freizeit- und Kulturwirtschaft festzustellen, bzw. für die Zukunft in einem noch weit größeren Umfang zu erwarten.

„Das Coronavirus hat als weitere Folge die Digitalisierung im Einzelhandel (Stichwort Onlinehandel) und in der Büroarbeit (Stichwort Home-Working) erheblich beschleunigt“, so der baupolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Thomas-Markus Leber. „Die sich daraus ergebenden Veränderungen werden sich schnell, umfassend und vielfältig realisieren und nicht wenige Beteiligte in der Substanz treffen. Der Druck auf alle Akteure ist entsprechend groß. Der „Markt“ wird die erwarteten Probleme kaum allein stemmen können. Deshalb ist proaktives, zielgerichtetes Handeln erforderlich. Insbesondere die Hansestadt ist gefordert, sich stärker als bisher als orientierende, ordnende und unterstützende Hand einzubringen. Konkret geht es darum Rahmenbedingungen zu schaffen, die die privaten Akteure im Einzelhandel, in der Immobilienwirtschaft, in der Gastronomie und in der Kultur in die Lage versetzen, ihre Geschäftsmodelle und ihre Immobilien an die veränderte Situation anzupassen. In Folge der Pandemie wird es weitere Geschäftsaufgaben im Einzelhandel und der Gastronomie sowie einen verstärkten Rückzug der Filialisten und Handelsunternehmen aus der Innenstadt geben. Entsprechende Leerstände sind absehbar. Die Situation in der Innenstadt wird sich weiter zuspitzen.

Vor dem Hintergrund, dass Innenstädte von ihren Besuchern gern als Gesamtzusammenhang erlebt und nicht zuletzt wegen der Belebtheit des öffentlichen Raums geschätzt werden, ist diese Entwicklung bedenklich.

Aus diesem Grund ist es in der Phase des Umbruchs wichtig absehbare oder bereits bestehende Leerstände möglichst schnell neu, ggf. mit Zwischennutzungen zu belegen und die Innenstadt als Ort „wo etwas los ist“ und „wo es immer wieder Neues zu erleben und zu sehen gibt“ zu stärken. Die Innenstadt kann und soll wieder ein einzigartiger Ort werden mit Angeboten und Erlebnissen, die es sonst nirgendwo gibt!“, so Leber.