Strukturerhalt Kultur

Künstler und Kreative brauchen in der Krise Hilfe. Das Corona-Sonderhilfeprogramm der Hansestadt Lübeck „Strukturerhalt Kultur“ ist eine vernünftige Investition in die lebendige Kulturlandschaft Lübecks. Es kann aber nur ein Baustein zur Konsolidierung sein.

Die FDP-Fraktion wird als Verpflichtung gegenüber den Kulturschaffenden dem Corona-Sonderhilfeprogramm der Hansestadt Lübeck „Strukturerhalt Kultur“ zustimmen. Sie vermisst aber in dem vorliegenden Entwurf jegliche Zukunftsperspektive.

Es ist und bleibt unbestritten, es wird eine Kultur-förderung nach Corona geben. Der Wettbewerb um Mittel wird auch vor dem Hintergrund zu erwartender rückläufiger Einnahmen härter werden.

Dass die Pandemie innerhalb von wenigen Wochen die ökonomischen Bedingungen vieler Künstlerinnen und Künstler und vieler kulturwirt-schaftlicher Unternehmungen zum Zusammenstürzen bringen konnte, zeigt wie angespannt die Situation ist. Für die FDP-Fraktion in der Bürgerschaft ist es wichtig, dass die unverschuldeten Nöte der Künstler und Kulturschaffenden gelindert werden. „Wir sehen die Sorgen der freischaffenden und soloselbständigen Künstler“, so der kulturpolitische Sprecher, Ulf Hansen. „Ob Schauspiel, Musik oder Malerei – Kunst- und Kulturschaffende prägen maßgeblich das Gesicht unserer Gesellschaft - deshalb müssen wir den ‚kulturellen Nahversorgern‘ helfen.“

 

Kritik übt die FDP an den Plänen, die Entscheidung über eine Förderung allein dem Fachbereich Kultur und Bildung bzw. Haushalt und Steuerung zu überlassen. Vielmehr sollte die Förderung nach transparenten bereichs-, branchen- bzw. spartenspezifischen Kriterien vergeben werden, die den Sach- und Fachverstand weiterer Akteure aus der Kultur und der Kreativwirtschaft einbezieht.

Besonderer Dank gilt der Possehl-Stiftung für die Aktion „Kulturfunken“. Sie macht einmal mehr deutlich, was mit Visionskraft geleistet werden kann. Die reiche Tradition an Stiftungen in der Hansestadt steht für das Potenzial einer gelebten Bürgergesellschaft. Da ist das Engagement der Hansestadt für ihre Kulturschaffenden nur angemessen.

Das Programm „Strukturerhalt Kultur“ kann nur ein Baustein sein. „Es gilt, vielmehr die Kultur in Lübeck ‚nach bzw. mit‘ Corona zu konsolidieren. Wir müssen jetzt an einer ehrgeizigen Neuausrichtung arbeiten“, so Hansen. Wenn wir es wirklich ernst meinen, mit Lübecks Anspruch Kulturhauptstadt zu sein, dann müssen wir die Diskussion mit allen Beteiligten wagen."

Die FDP beabsichtigt deshalb, in den anstehenden Haushaltsberatungen einen Kulturinfrastrukturfonds zur Diskussion zu stellen. Hier sollen nach Meinung der Liberalen Mittel vorgesehen werden, die es erlauben durch gezielte Investitionen in die Kulturinfrastruktur, die Mehrbedarfe von Kultureinrichtungen und kulturelle Projekte die Kultur- und die Kreativwirtschaft zu stärken.

 

Darüber hinaus wünschen sich die Liberalen, dass auch die Museen der Hansestadt ein Zeichen der Solidarität setzen. Sie greifen ihren Antrag zur Durchführung einer Verkaufsausstellung auf. „Mit der Ausstellung können die Museen ein Zeichen der Solidarität setzen, um so die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf unsere Künstlerinnen und Künstler abzufedern und Existenzen zu sichern“, so Hansen. Nach den Vorstellungen der Liberalen soll nach dem Vorbild der Flensburger Ausstellung „Flensburg. Kauft. Kunst“ ein Ausstellungsformat geschaffen werden, für das sich alle Kunstschaffenden bewerben können, die in Lübeck wohnen, hier arbeiten, hier geboren wurden oder einer Lübecker Künstlervereinigung angehören.