FDP Fraktion für Drogenkonsumraum

Zur Problematik des Drogentreffs am Lübecker Krähenteich äußert sich der sozialpolitische Sprecher der FDP-Fraktion Lübeck, Herr Dr. Axel Walther, wie folgt:

 

„Die Lübecker Drogenszene ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Eine Tatsache, vor der man nicht die Augen verschließen kann und sollte“, so Dr. Axel Walther, FDP-Mitglied im Ausschuss für Soziales und Experte für spezielle Suchttherapie.

„Ein sinnvoller Ansatz, die angespannte Lage vor Ort zu bekämpfen, wäre für uns, über die Einrichtung eines Drogenkonsumraums zu sprechen. An einem solchen Ort können Abhängige ihre Drogen unter medizinischer Aufsicht einnehmen, hauptsächlich stellt er aber eine Möglichkeit zur Aufklärung und Beratung über zum Beispiel Entzugsmöglichkeiten dar und dient der Risikominimierung unsauberen Konsums. Ausschließlich polizeiliches Vorgehen wird dazu führen, dass dasselbe Problem an anderer Stelle in Lübeck auftauchen wird.

Diesen Drogenkonsumraum stellen wir uns gut erreichbar, aber nicht unbedingt auf der sowieso schon engen Innenstadtinsel gelegen vor. Um die Anzahl süchtiger Menschen zu verringern, gilt es, überhaupt erst einmal Kontaktstellen zu diesen zu schaffen. Konzepte braucht es dabei insbesondere auch, um jungen Konsumenten wieder eine Perspektive ohne Sucht zu ermöglichen.

Schon in unserem Wahlprogramm zur Lübecker Kommunalwahl 2018 haben wir uns für die Einrichtung von Modellprojekten zum Thema Drogen in Lübeck ausgesprochen“, so Dr. Walther. „Leider sind die Versuche des Landes Schleswig-Holstein, in Berlin die rechtliche Voraussetzung für Cannabis-Modellversuche zu schaffen, gerade gescheitert. Und solange kein bundespolitischer Wille zur direkten Substitution mit Diamorphin (Heroin) existiert, ist die Thematik schon dadurch eingeengt, weil Drogenkonsum nun mal illegal ist. Ein Blick nach Portugal zeigt aber, dass es möglich ist, Drogenproblematiken deutlich zurückzudrängen. Dort wurde der Drogenbesitz entkriminalisiert, wodurch Abhängige nun Patienten und nicht länger Kriminelle sind. Mit beachtlichen Erfolgen. Ein weiterer Schritt wäre Drogen unter staatlicher und medizinischer Kontrolle auszugeben, um so Kriminalität zu verhindern und sich therapeutisch um die Betroffenen kümmern zu können, wie es in Deutschland auch schon in Pilotprojekten erfolgreich getestet wurde. Gleichzeitig wird  so der Druck der Beschaffungskriminalität und Prostitution zurückgedrängt und eine Integration in den Arbeitsmarkt erleichtert. Ein Drogenkonsumraum wäre ein erster Schritt in diese Richtung“, so Dr. Walther abschließend.