Grenzdokumentationsstätte stärken! Jugendarbeit sichern!

Die aktuelle Diskussion um die Grenzdokumentationsstelle zeigt, dass die Verwaltung und Teile der Lübecker Politik aus unserer Sicht nicht sensibel genug mit der Geschichte der deutschen Teilung und Lübecks Rolle dabei umgehen.

 

Die Grenzdokumentationsstätte in Schlutup sichert die Erinnerung an die unüberwindliche und menschenverachtende deutsche Grenze, welche durch das SED Regime errichtet wurde. 

 

Der von Ehrenamtlichen geführte Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerungen zu bewahren und das geschichtliche Bewusstsein, besonders der jungen Generation, zu fördern. Umfangreiche Sammlungen und Dokumentationen zeigen die menschenverachtende Grenzsituation in Lübeck von der Entstehung bis zur Öffnung 1989.  

 

„Im ehemaligen Zollhaus werden Räume zurzeit neben der Grenzdokumentationsstätte auch vom AWO Jugendtreff genutzt. Nun gibt es die Möglichkeit die politische Bildungsarbeit für Schüler und Erwachsene durch die Grenzdokumentationsstätte zu stärken. Um dieses Angebot zu ermöglichen, wird das komplette Gebäude der Grenzdokumentationsstätte  benötigt, da die heute genutzten Räume für die Projektarbeit von Schulen, Durchführung von Seminaren oder für Vorträge zu klein sind“, erklärt der FDP Fraktionsvorsitzende Thomas Rathcke.

 

Der jugendpolitische Sprecher der FDP-Fraktion Lübeck, Herr Daniel Kerlin, ergänzt:

„Gerade die junge Generation kennt die Hintergründe und Gegebenheiten der deutschen Teilung nicht mehr aus eigener Erfahrung. Hier bietet sich in Lübeck, als einzige Großstadt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, die Möglichkeit, historische Fakten an historischer Stätte hautnah zu erleben. Dieses Alleinstellungsmerkmal sollte man nicht leichtfertig ungenutzt lassen.

 

Wir fordern daher die schnellstmögliche, ernsthafte Prüfung der möglichen Alternativstandorte für die Jugendarbeit mit konkreten Standortkonzepten und Klärung der Nutzungsauflagen für den aktuellen Standort. Dabei bekennen wir uns klar zur Jugendarbeit, die  an einem anderen Standort gestärkt werden muss. Somit kann am Ende ein insgesamt größeres Angebot in der Jugendarbeit und für politische Bildung für Jugendliche und  Erwachsene erreicht werden und damit Schlutup auch als Stadtteil aufgewertet werden, da auf keine der beiden Einrichtungen verzichtet werden kann“, erklärt Kerlin abschließend.