SPD lenkt von eigenen Versäumnissen bei der Kinderbetreuung ab!

„Im Gegensatz zur SPD geführten Vorgängerregierung, der beim Thema Ausbau der Kinderbetreuung außer einem Wahlkampfgeschenk von 100€ KiTaGeld nicht viel eingefallen ist, nimmt sich die Jamaika Regierung der Herausforderung an, gleichzeitig die Angebote der Kindertagesbetreuung zu verbessern, Elternbeiträge zu deckeln sowie Kommunen zu entlasten“, erklärt Daniel Kerlin, jugendpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion Lübeck.

Auch für Lübeck gilt, dass die jährliche Förderung des Landes im Vergleich zum Regierungsantritt 2017 deutlich, um 23 Mio. €, steigt. Dies ist mehr als eine Verdoppelung der bisherigen Landesmittel.

„Viele Eltern in Lübeck befürchten, dass sie aufgrund der heute schon unter dem geplanten Beitragsdeckel liegenden Elternbeiträge nicht von der Entlastung  profitieren und auch der Wegfall des KiTaGeldes sogar zu Mehrbelastungen kommt. Auch in Kommunen, deren Elternbeiträge bisher unter dem Beitragsdeckel liegen, könnten die Elternbeiträge weiter abgesenkt werden. Eine Betragssenkung von 40€ über alle KiTajahre gleicht bereits den Wegfall des Kitageldes aus. Hierfür werden ca. 15% der zusätzlichen Landesmittel benötigt. Das Land hat dem Bürgermeister bereits mitgeteilt, dass die zusätzlichen KiTamittel nicht auf die Konsolidierungshilfen des Landes angerechnet werden. Entsprechende Ängste der SPD sind also unbegründet“, so Kerlin weiter.

„Die Freien Demokraten streben mittelfristig die regelmäßig von der SPD geforderte komplette Beitragsfreiheit an, jedoch ist ein verlässliches Betreuungsangebot aus Elternsicht mindestens genauso wichtig. Denn was nützen kostenlose KiTas, wenn Eltern regelmäßig ihr Kind morgens aufgrund von Personalmangel wieder mit nach Hause nehmen müssen? Scheinbar glaubt der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, Jörn Puhle, auch nicht an die Initiative der eigenen Bundesministerin Franziska Giffey, die den Ausbau der Erzieherausbildung voranbringt, wenn er gleichzeitig eine Verbesserung der Fachkraftquote für nicht umsetzbar hält.

Qualität in der Kindertagesbetreuung scheint auch nicht das Steckenpferd der SPD zu sein, wenn man sich für krippenähnliche Zusammenschlüsse von Kindertagespflegepersonen einsetzt. Unter Mitwirkung der SPD wurden in Lübeck diese „Krippen Light“ in Lübeckgefördert, anstatt sinnvollerweise in teurere, aber mit ausgebildetem pädagogischem Fachpersonal ausgestattete Krippen in Kindertagesstätten zu investieren. Diese günstige Betreuungsform ist auch mit ein Grund dafür, warum wir aktuell im Landesvergleich günstige Elternbeiträge haben.

Als Ergänzungsangebot zu Krippen sind die Vorteile der Kindertagespflege ein familienähnliches, nicht institutionelles Betreuungsangebot mit kleineren Gruppen, in denen eine intensivere Betreuung und die Fokussierung auf wenige Kinder gegeben ist. Auch kann die Betreuung flexibler als in der Krippe mit starren Zeiten angeboten werden. Eine Kopie von institutionellen Krippengruppen mit nicht pädagogisch ausgebildetem Fachpersonal unterwandert allerdings die Bemühungen, die Kinderbetreuung qualitativ aufzuwerten. Es kann nicht das Ziel sein, aus finanziellen Gründen die Betreuungsqualität zu opfern“, so Kerlin.