Parkraum Gustav-Radbruch-Platz

FDP: Die Parkraumsituation am Gustav-Radbruch-Platz muss neu bewertet und gegebenenfalls auch neu geordnet werden!

Am Rande der Diskussion um die Baumaßnahme „Radweg Travemünder Allee“ rückt auch der ruhende Verkehr rund um den Gustav-Radbruch-Platz in den Fokus. Seit Jahren gilt die Situation als angespannt. Sie könnte sich in Zukunft weiter zuspitzen, wenn im Zuge der angedachten Maßnahme weitere 23 der insgesamt 108 Stellplätze wegfallen.

„Ohne eine entsprechende Kompensation ist das nicht zu verantworten“, stellt der baupolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Thomas-Markus Leber, fest. „Die Lösung: Der Bedarf muss neu erfasst und die Parkraumsituation neu bewertet werden. Sollte ein konkreter Bedarf identifiziert werden, muss auch die vor Jahren angedachte Parkpalette am Hang unterhalb des Gustav-Radbruch-Platzes erneut geprüft werden“, fordert die FDP-Fraktion.

 

Der Platz vor dem Burgtor weist eine hohe Verkehrskonzentration auf. Einen nicht unerheblichen Publikumsverkehr verzeichnen die ansässigen Justizbehörden (Staatsanwaltschaft, Amtsgericht und Sozialgericht). Das Landgericht wird 2020 nach langer Sanierungsphase an den alten Standort zurückkehren. Neben den Justiz-Behörden sind als weitere Einrichtungen in der näheren Umgebung der Landesbetrieb Straßenbau, die Dorothea-Schlözer-Schule, die Geschwister-Prenski-Schule, die Burgfeldhalle, zwei Sportplätze, das Holiday Inn sowie eine Jugendherberge ansässig. Alle Einrichtungen haben einen entsprechenden Stellplatzbedarf. Zudem parken viele Anwohner in diesem Bereich.

 

Südlich des Gustav-Radbruch-Platzes entstehen an der Falkenstraße gerade neue Wohneinheiten. Während die dortigen Bewohner die vorhandenen Tiefgaragenplätze nutzen werden, bleibt den Besuchern nur der Parkraum rund um den Radbruch-Platz. Auch westlich des Platzes ist die Situation seit Eröffnung der Schuppen des Gesamthafenbetriebes angespannt. Bereits in den frühen Vormittagsstunden sind nahezu alle Stellflächen belegt oder nur noch mit speziellen Kundenausweisen zu nutzen.  

 

„Zielführend ist es zudem, den Grundgedanken der Perspektivenwerkstatt zu berücksichtigen, der ein Zurückdrängen des Durchgangsverkehrs von der Altstadtinsel vorsieht. In der Konsequenz wird dies zu einer Verlagerung der Verkehre führen und dort zu einer größeren Stellflächen-nachfrage. Im Bereich des Radbruchplatzes ist von 100 bis 150 fehlenden Stellflächen auszugehen“, so Leber weiter.

 

„Die vielen Veränderungen der letzten Jahre machen eine Neubewertung der Situation erforderlich. Der Stellplatzbedarf muss neu ermittelt werden. Eine größere Lösung muss geprüft werden.

 

Seit 20 Jahren gibt es Überlegungen den Gustav-Radbruch-Platz umzugestalten und zu einem ansprechenden Entree zur Lübecker Altstadt zu machen. Konkrete Planungen für das Projekt „Neuordnung des Burgfeldes und der Verkehrsanlagen sowie Bau einer Tiefgarage“ gab es zuletzt 2014. Parkmöglichkeiten sollten in größerem Umfang in unmittelbarer Nähe zur Altstadt und zum Hansemuseum geschaffen werden. Ein in den Hang geschobenes Parkhaus sollte die Topografie des Burgfeldes nutzen, den Blick auf die Altstadt nicht verbauen und den grünen Charakter des Vorfeldes er-halten. Eine Machbarkeitsstudie kam zu dem Ergebnis, dass ein in den Hang geschobenes, von der Neuen Hafenstraße erschlossenes Parkhaus mit einer zusätzlichen Zufahrt vom Gustav-Radbruch-Platz, wirtschaftlich und technisch umsetzbar ist. Die Possehl-Stiftung hatte 250.000 Euro für Pla-nungsleistungen zur Verfügung gestellt. Mehrere Ausschüsse gaben grünes Licht für die Parallelbeauftragung von vier Architekturbüros. Aufgrund der ungeklärten Finanzierung und dem Umstand, dass die Besucherströme des Hansemuseums hinter den Erwartungen zurückblieben, wurde das Projekt dann zurückgestellt. Vor dem Hintergrund der Gesamtsituation am Gustav-Radbruch-Platz besteht aber nach Auffassung der FDP nach wie vor Handlungsbedarf. Sollte sich der Bedarf konkretisieren, muss auch eine Parkpalette geprüft werden“, so Leber.