Obdachlosenhilfe: Kältebus nach wie vor erforderlich

Langfristig betrachtet gilt es natürlich die Ursachen von Obdach- und Wohnungslosigkeit zu bekämpfen, aber für akute und lebensgefährliche Notsituationen im Winter muss man Maßnahmen vorhalten, die eine auf der Straße lebende Person, die von Kälte und Unwetter gefährdet ist, lebendig durch die Nacht bringen.

Dazu der sozialpolitische Sprecher der Freien Demokraten Lübeck, Timo Jeguschke:

 

„Es ist sehr erfreulich, dass in der Hansestadt Lübeck für jeden Obdachlosen ein Bett gefunden wird. Den Akteuren der Lübecker Obdachlosenhilfe gebührt unser aller Dank und die Unterstützung ihrer Arbeit sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

 

Nichtsdestotrotz dürfen wir uns nun nicht auf diesen Lorbeeren ausruhen. Dass der Obdachlose Darius keinen Kältetod starb, heißt nicht, dass es in Lübeck keines Kältebusses bedarf. Das Angebot, beispielsweise der Vorwerker Diakonie und der Heilsarmee, ist engagiert und wird von der Verwaltung begleitet – was jedoch fehlt, ist ein solches Notfall-System, um in der kalten Jahreszeit die Menschen ohne Wohnung wirklich von der Straße zu holen. Ein in den letzten Jahren zunehmend sprunghaft und intensiv werdendes Wetter mahnt hier zur Vorsicht. Auf Grund der lokalen Anordnung der vorhandenen Notunterkünfte in Lübeck, ist nicht einfach davon auszugehen, dass ein obdachloser Mensch den Weg zu einer solchen schon schaffen wird.

 

Die Einrichtung eines Kältebusses ist alles andere als eine Mammut-Investition. Die Obdachlosenhilfe spricht in der Presse von ca. 10.000 Euro Restsumme. Soviel sollte uns ein tatsächlich engmaschiges System wert sein. Aus diesem Grund hat die Fraktion der Freien Demokraten einen Dringlichkeitsantrag zur Bürgerschaft gestellt, der den Bürgermeister beauftragt, ein Kältebus-Konzept kurzfristig auf die Beine zu stellen.“