Auf der Suche nach Lübecks Nofretete

Die Völkerkundesammlung als Innovationstreiber - In der letzten Sitzung des Ausschusses für Kultur und Denkmalpflege wurde der Antrag der FDP-Fraktion zur Zukunft der Völkerkundesammlung im vertagt. Die Liberalen begrüßen die Bereitschaft des Ausschusses, sich umfassend mit dem Thema zu befassen. Sie erwarten, dass in dem anstehenden Beratungsprozess innovative Konzepte zur Vermittlungsarbeit, Publikumsentwicklung aber auch zur Finanzierung eingebracht werden.

 

Die Museen der Hansestadt stehen in Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung vor komplexen Herausforderungen. Neue Strategien sind gefragt, um den Sprung von der Vergangenheit in die Zukunft zu schaffen. Die Diskussion um die Zukunft der Völkerkundesammlung bietet die Chance zur Neuausrichtung des öffentlich geförderten Kulturbetriebs.

„Für die FDP steht fest: eine reine Wiedereröffnung am alten Standort, dem Zeughaus, wird mit uns nicht möglich sein“, erklärt Herr Ulf Hansen, kulturpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion Lübeck. „Es gilt in Zeiten der gesellschaftlichen Transformation Lübecks Erbe zeitgerecht zu bewahren. Ohne eine professionelle Begleitung bleiben alle Pläne reine Absichtserklärungen. Wir nehmen daher den Bürgermeister beim Wort und erwarten, dass die Stelle der Leitung der Völkerkundesammlung besetzt wird. Wir werden darauf achten, dass eine entsprechende Stelle in den anstehenden Haushaltsberatungen eingebracht wird“, so Hansen.

 

„Die notwendige Diskussion ist vielmehr eine Chance, um neue Wege der Präsentation zu gehen. Museen müssen akzeptieren, dass die Grenze zwischen dem Digitalen und dem Physischen unausweichlich immer fließender wird. Die durch die Possehl-Stiftung ermöglichte Digitalisierung der Bestände der Völkerkundesammlung ist daher als Gelegenheit zu begreifen. Darauf aufbauend gilt es Neue Medien und Technologien, vor allem bei der Ausrichtung einer klug vernetzten und strukturierten Online-Präsenz, zielgerichtet einzusetzen“, so Hansen weiter.

 

Der Weg der Digitalisierung wird an anderen Standorten bereits konsequent weitergegangen. Hier entscheiden sich Sammlungen zu neuen Partnerschaften. Das jüngste Beispiel zeigt sich in Berlin. Rund 4000 Objekte aus mehr als 6000 Jahren Menschheitsgeschichte aus den Museen der Berliner Museumsinsel haben seit dem 11. September einen neuen Auftritt im Internet. Die Staatlichen Museen zu Berlin haben dafür ihre Zusammenarbeit mit Google Arts & Culture erweitert. Auf einer neu eingerichteten Themenseite sowie über Apps für Android und iOS sind seit dem 11. September alle fünf Häuser der Museumsinsel online präsent. So finden sich schnell die Highlights der verschiedenen Museen, wie beispielsweise das babylonische Ishtar-Tor, der Berliner Goldhut oder die Büste der Nofretete. Über 1.400 führende Museen und Kulturinstitutionen machen ihre kulturellen Schätze der Welt, in Zusammenarbeit mit Google Arts & Culture, online zugänglich. Ziel der Partnerschaft soll es sein, Interessierten mit Hilfe von neuen Technologien einen besseren Zugang zu bieten, aber vor allem auch neue Zielgruppen anzusprechen.

 

„Wir werden die Senatorin bzw. die Kulturstiftung bitten zu prüfen, inwiefern eine Partnerschaft mit dem Google Arts & Culture-Programm möglich ist. Mit dem Prüfauftrag soll dem Wandel in der Museumslandschaft, beispielhaft mit der Völkerkundesammlung, Rechnung getragen werden und perspektivisch die Lübecker Museen fit für die digitale Zukunft gemacht werden“, so Hansen.

 

Das Google Cultural Institute

 

Das Google Cultural Institute und seine Partner arbeiten mit über 1.000 Organisationen zusammen, um Internetnutzern die Erkundung der kulturellen Schätze der Welt mit nur einem Klick zu ermöglichen und kulturellen Einrichtungen moderne Tools an die Hand zu geben, um ihr vielseitiges Erbe online mit einem noch breiteren Publikum zu teilen. Das Google Cultural Institute hat sich mit mehr als 1.000 Institutionen aus 70 Ländern zusammengeschlossen und bietet über eine gemeinsame Plattform über 200.000 Kunstwerke sowie insgesamt 6 Millionen Fotos, Videos, Manuskripte und weitere Dokumente zu Themen rund um Kunst, Kultur und Geschichte. Die Ausstellungen des Google Cultural Institute stehen allen Nutzern online und gratis im Internet sowie über die neue mobile App Google Arts & Culture für iOS und Android-Geräte zur Verfügung.