Digitalisierungsstrategie der Hansestadt – nicht ohne Kultur- und Kreativszene

Die Freien Demokraten begrüßen ausdrücklich die Aktivitäten des Bürgermeisters zur Entwicklung und Umsetzung einer Digitalen Strategie für die Hansestadt. Die vorgestellten Eckpunkte sind ambitioniert und machen einmal mehr den dramatischen Nachholbedarf in nahezu allen Bereichen deutlich.

„Die FDP sieht in der Digitalisierung aber auch eine gewaltige Chance für die Kultur und ihre Vermittlung“, erklärt Ulf Hansen, FDP-Mitglied im Ausschuss für Kultur und Denkmalpflege. „Kreative und Kulturschaffende sind seit jeher Avantgarde und Vordenker neuer Ideen. Die Freien Demokraten vermissen in der Strategie des Bürgermeisters Hinweise auf die Kultureinrichtungen der Hansestadt und die Kulturszene. Es kann bei der „digitalen Transformation“ nicht nur um Umstrukturierung und Veränderung gehen, vielmehr sind Chancen und Beteiligungsmöglichkeiten zu nutzen. Bei dem angestrebten Transformationsprozess sind daher Vertreter der Kultur- und Kreativszene sowie der Kultureinrichtungen der Stadt unbedingt einzubeziehen. Der Umgang mit den neuen Netzwerkmedien wird die Wertschöpfungskette auch in der Kultur und ihren Bildungsauftrag verändern. Digitalisierung bedeutet die Chance zur Durchlässigkeit von Kultureinrichtungen zur Zivilgesellschaft, für Transparenz und Offenheit für alle Bürgerinnen und Bürger und alle Schichten der Gesellschaft. Entscheidend wird es sein, wie sich die Kultureinrichtungen auf ein neues Konsumentenverhalten einstellen. Museen und Sammlungen stehen u. a. derzeit verstärkt vor der Herausforderung, die eigene Forschung sichtbarer zu machen und dabei den Forderungen nach Open Data und Open Access gerecht zu werden. Dabei sind die veränderten Rahmenbedingungen und Chancen für mögliche Anbieter noch nicht einmal annähernd ausgelotet. Digitalisierung muss als museums-, archiv- und bibliotheksfachliche Schnittstelle bzw. die technische Kooperationsebene verstanden werden. Es sind für Lübeck entsprechend Strategien zu entwickeln. Hier sind die Einrichtungen der Lübecker Kulturstiftung als Einrichtungen des kulturellen Selbstverständnisses der Hansestadt besonders gefordert“, so Hansen.

 

„Die Freien Demokraten regen daher an, dass Thema Digitalisierung fest auf der Tagesordnung des Ausschusses für Kultur und Denkmalpflege zu verankern. Sie werden darauf drängen, dass sich die Einrichtungen der Hansestadt verstärkt dem Thema annehmen und eine Digitalisierungsstrategie entwickeln. Die FDP regt ferner an, die Völkerkundesammlung mit ihren digitalisierten Beständen als "Virtuelles Museum" auf die Homepage der Lübecker Museen unter Sammlungen darzustellen. Sie werde darauf drängen, dass dies zeitnah geschieht. Ein Engagement kann aber nur dann begonnen werden, wenn eine professionelle Betreuung mittelfristig gesichert werden kann. Sollte die Stelle der Leitung der Völkerkunde neu besetzt werden können, so ist bei der Ausschreibung unbedingt darauf zu achten, dass die Transformation der Völkerkundesammlung zu einem "Virtuellen Museum" aktiv gestaltet werden kann und technologische Entwicklungen für alle Kernaufgaben genutzt werden können“, so Hansen abschließend.