Völkerkundesammlung

„Die Aussagen zur Wiederöffnung der Völkerkundesammlung sind nichts weiter als Wahlkampfrhetorik einer sich anbahnenden großen Koalition der Besitzstandswahrer und lenken von der teilweise dramatischen Situation der Lübecker Museums- und Kulturszene ab“, so Ulf Hansen, kulturpolitischer Sprecher der FDP-Bürgerschaftsfraktion. „Eine reine Wiederöffnung der Völkerkundesammlung kann nicht im Sinne der Bürger und Bürgerinnen sein. Es gilt Angebote für die Stadtteile zu entwickeln und die Freie Kulturszene stärken.

Ehrenamtliches Engagement in Bürger- und Geschichtsvereinen findet die Unterstützung der Freien Demokraten. Vereine, die auf kulturellem Sektor arbeiten, sollen nach Möglichkeit Unterstützung erhalten. Vor diesem Hintergrund haben die Freien Demokraten einen Antrag für einen Kulturentwicklungsplan eingebracht“, so Hansen weiter. 

 

„Um auf die erkennbaren Veränderungen in Kultur und Gesellschaft angemessen reagieren zu können, soll nach Vorstellung der Freien Demokraten eine Kulturentwicklungsplanung in Lübeck konkrete Zukunftsaussagen und Rahmenbedingungen schaffen, in denen es möglich ist, Bewährtes zu bewahren und neue Horizonte zu entdecken, ohne die Freiheit von Kunst und Kultur in Frage zu stellen. Die Planungen und Entwicklungen sollen im Dialog mit den Bürgern regelmäßig hinterfragt werden. Dabei gilt es klassische Lager zu überwinden und aus Unterschieden etwas Neues, etwas Gemeinsames entstehen zu lassen. Es geht um die Frage der Teilhabe aller gesellschaftlichen Schichten an den Angeboten der Kultur und insbesondere an den kulturellen Angeboten, die – kulturpolitisch gesteuert und aus Steuermitteln finanziert – durch öffentliche Träger veranstaltet bzw. in der Trägerschaft Dritter von ihnen ermöglicht werden. 

 

Ein Kulturentwicklungsplan für die Hansestadt sichert langfristig die kulturelle Vielfalt und ermöglicht eine Prioritätensetzung der Kulturangebote unter Einbeziehung der aktuellen finanziellen Situation der städtischen Kulturinstitutionen, der freien Kulturträger und der –institutionen. Durch die Einbeziehung vieler Akteure wird Transparenz kulturpolitischer Entscheidungsprozesse hergestellt und Partizipation ermöglicht.

 

In einem Punkt nimmt die FDP die politischen Wettbewerber beim Wort – die Sicherung des kulturellen Gedächtnisses der Hansestadt. Es muss besonders in Zeiten der Geschichtsklitterung gepflegt werden. Seit 2009 weisen Archiv, Museen und Bibliothek auf die anhaltende Bedrohung der Bestände hin. Im aktuellen Haushalt wurde der Posten durch den scheidenden Bürgermeister herausgestrichen. Nach Ansicht der Freien Demokraten ist das Projekt "Wissenspeicher" als eine entscheidende Schutzmaßnahme bzw. als ein zentraler Ort des institutionalisierten Sammelns, Aufbewahrens und Ordnens. Der Aufbau eines zentralen Wissensspeichers als einem Bildungs-, Medien- und Servicezentrum soll die vorhandenen Ressourcen bündeln und bewahren. Es geht dabei nicht nur um eine Weiterentwicklung der gänzlich unzureichenden Infrastruktur, sondern auch um eine Präsentation der Wissensbestände für Bürger, Verwaltung, Schule, Wissenschaft, Bildungs- und Kultureinrichtungen.“