Völkerkunde als virtuelles Museum

Digitalisierung der Völkerkundesammlung nur ein erster Schritt

FDP erwartet neue Wege der Vermittlung und Kommunikation

Die digitale Revolution verändert die Welt. „Die FDP begrüßt die abgeschlossene digitale Inventarisierung der 26.000 Exponate der Völkerkundesammlung in einer Datenbank.

 

Damit können die Schätze dank des Engagements der Possehl Stiftung wieder – wenigstens theoretisch - öffentlich sichtbar gemacht werden“, erklärt Ulf Hansen, FDP-Mitglied im Ausschuss für Kultur und Denkmalpflege.

Derzeitig können die Bestände allerdings nur intern genutzt werden.

„Die Lübecker Völkerkundesammlung ist Ausdruck eines gelebten Bürgersinns. Sie wurde von Lübecker Bürgern zusammengetragen. Ihre Exponate sollen inspirieren und das damit verbundene Wissen mit möglichst vielen Menschen teilen. Verantwortliche müssen verinnerlichen, dass klassische Vermarktungspfade für Kulturgüter durch digitale Angebote unterbrochen und ergänzt werden. Die bisherige Arbeit kann daher nur ein erster Schritt sein“, so Hansen weiter. „Gerade die Digitalisierung ermöglicht einen einfacheren Zugang und erschließt neue Zielgruppen, die nicht regelmäßig Museen besuchen.“

 

So hat die Stadt Frankfurt mit dem Institut für Philosophie und Kunstwissenschaft und dem Centre for Digital Cultures der Leuphana Universität Lüneburg einen Online-Kurs entwickelt. Ziel der Kooperation war es, zeitgemäße Lernformate zu entwickeln, die sowohl der zunehmenden Fragmentierung von Wissen als auch dem Informationsbedürfnis und Lernverhalten der Nutzer entsprechen.

 

„Die von der Possehl-Stiftung ermöglichte Digitalisierung bietet Chancen und Herausforderungen für eine digitale Transformation der Sammlung. Dabei muss es um neue Wege der Vermittlung, Kommunikation, Interaktion, Inklusion und Partizipation gehen. Es geht darum, gesellschaftlich-kulturelle Teilhabe zu ermöglichen und einen Gestaltungsrahmen zu schaffen.

Die FDP regt an, die Völkerkundesammlung mit ihren digitalisierten Beständen als „Virtuelles Museum“ auf die Homepage der Lübecker Museen unter Sammlungen darzustellen. Sie werden darauf drängen, dass dies zeitnah geschieht. Ein Engagement sollte jedoch nur dann begonnen werden, wenn eine professionelle Betreuung mittelfristig gesichert werden kann. Sollte die Stelle der Leitung der Völkerkunde neu besetzt werden können, so ist bei der Ausschreibung unbedingt darauf zu achten, dass die Transformation der Völkerkundesammlung zu einem „Virtuellen Museum“ aktiv gestaltet werden kann und technologische Entwicklungen für alle Kernaufgaben genutzt werden können. Dabei geht es auch um die Herausforderung, wie eine Digitalisierungsstrategie erfolgreich geplant und in eine übergreifende Institutionsstrategie integriert werden kann“, so Hansen abschließend.

 

Die FDP-Fraktion Lübeck wird dazu einen Antrag in kommende Bürgerschaftssitzung einbringen.