Lübecks Tafelsilber

In der letzten Bürgerschaftssitzung ging es auch um eine erneute Verkaufsaktion für Erbpachtgrundstücke. Die FDP-Fraktion begrüßt das geplante Vorgehen, denn es ermöglicht den bisherigen Erbpachtnehmern zu Grundstücksbesitzern zu werden! Zudem können mit den Einnahmen durch den Verkauf Maßnahmen in den jeweiligen Haushaltsjahren finanziert werden. Eine völlig andere Wahrnehmung hat da die Lübecker SPD, die vom Verkauf des berühmten „Lübecker Tafelsilbers“ spricht. Der neue (hohe) Erbpachtzins hilft, so die SPD, der Hansestadt die Einnahmesituation zu verbessern.

Zudem werden sozialverträgliche Aspekte angeführt. Finanziell schlechter gestellten Familien soll über die Erbpacht das Eigenheim ermöglicht werden. Was Anfang des letzten Jahrhunderts noch gut und richtig war, hat sich jedoch überholt! Zudem bekommen diese Familien bei dem Erbpachtzins in den meisten Fällen auch eine Finanzierung ermöglicht. Genau darin spiegelt sich die verbohrte Sichtweise der SPD wider – die Zeiten und die Welt haben sich weiterentwickelt. Und wer das nicht realisiert oder wahrhaben möchte, verharrt - genau wie das Tafelsilber – im Keller und wartet auf die Veräußerung durch Dritte.