Von Kultur keine Spur

Seit einiger Zeit steht der Kiosk am Holstentor leer. Sowohl der bauliche als auch der optische Zustand des Gebäudes lassen zu wünschen übrig. Ursprünglich plante die Hansestadt Lübeck, das Gebäude abzureißen – nun steht es unter Denkmalschutz.

Leer stehen auch die ehemalige Tankstelle sowie der Garagenhof in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kiosk und damit auch zum Holstentor.

Im Jahr 2014 wurde dieses Objekt auf Initiative des rot-grün-böhmschen Rathausbündnisses dem Verein Defacto Art e.V. an Hand gegeben, um es mittelfristig als Ort für Kulturschaffende und Kreative im Bestand zu entwickeln. Seitdem ist dort nicht viel passiert. Gebäude und Grünflächen präsentieren sich in äußerst ungepflegtem Zustand, und das nicht nur den Lübecker Bürgern sondern auch den zahlreichen Touristen. Dabei könnte es auf dem Gelände längst anders aussehen.

„Sicherlich wäre es schön, diesen direkt an der Trave gelegenen Grundstückskomplex zu erhalten und für alle Lübecker - in welcher Form auch immer - zu öffnen“, erklärt Jana Lange, FDP-Mitglied im Ausschuss für Kultur und Denkmalpflege. „Aber: warum gibt man eine Immobilie in dieser exponierten Lage einem Verein an Hand, der in seinem Nutzungskonzept erklärt, dass er keine eigenen finanziellen Reserven hat, mit denen die geplante Umwandlung in eine „Kulturtankstelle“ bestritten werden könnte? Auch daran zeigt sich wieder einmal, dass die Stadt viele ihrer Liegenschaften verkommen lässt, ungeachtet der Kosten, die dadurch immer wieder entstehen. Die FDP-Fraktion wird sich dafür einsetzen, dass dem nun unter Denkmalschutz stehenden Kiosk am Holstentor nicht das gleiche Schicksal widerfährt wie dem ehemaligen Tankstellengelände und Bürgern und Touristen auf ihrem Weg vom Bahnhof in die Innenstadt wenigstens der traurige Anblick einer weiteren langsam verrottenden Immobilie erspart bleibt.“

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