Bundesmittel sollten in den Kommunen ankommen.

Lübeck stellt sich der Herausforderung, die durch Aufnahme und Integration von Flüchtlingen in den Erstaufnahmeeinrichtungen (EAE) und Gemeinschaftsunterkünften entstehen. Davon konnte sich Joachim Schlitzke, FDP Mitglied im Ausschuss für Soziales, in den letzten Tagen selbst durch Besichtigung der Einrichtung auf dem Volksfestplatz, den Dialog-Veranstaltungen bei der „Alternativen“ und bei der letzten Informationsveranstaltung in Travemünde zur geplanten Gemeinschaftsunterkunft für 400 Flüchtlinge überzeugen.

 

Auch wenn die Lübecker FDP von ihrer Grundhaltung nicht abrückt und weiterhin kleinere Einrichtungen favorisiert, kann man sich der Realität der zahlreich ankommenden Zufluchtsuchenden nicht verschließen. Die eingeführten Passkontrollen an der Grenze zu Schweden vergrößern die Zahl der Flüchtlinge in Lübeck weiter.

„Bei der Sperrung von Turnhallen sollte die Hansestadt Lübeck nicht außer acht lassen, dass für den Sport in Schulen ein Lehrauftrag vom Landes-Kultusministerium vorliegt. Wenn Aufgaben wie diese nicht mehr geleistet werden können, wird die Akzeptanz zur Aufnahme von Flüchtlingen sinken. Außerdem erfolgt über die Sportvereine, die die Hallen ebenfalls nutzen, die Zusammenführung von Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Kulturzugehörigkeiten. Wie sollen Schul- und Vereinssport stattfinden, wenn nun zum Winter die Turnhallen größtenteils geschlossen werden?“, fragt Schlitzke.

Daher fordert die Lübecker FDP-Bürgerschaftsfraktion dringend eine Signalwirkung vom Bund. Die versprochenen Bundesmittel sollten angesichts der nicht abreißenden Zuwanderung von Flüchtlingen endlich in Städten und Kommunen ankommen. Es wäre inakzeptabel, wenn das Land einen Teil der Bundesmittel zur eigenen Haushaltssanierung einbehielte. Durch Weitergabe der Mittel würde auch der Spielraum zur Findung von alternativen Unterbringungsmöglichkeiten als in Turnhallen vergrößert.

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